72 Stunden – ohne Kompromiss 07.-10.10.2004

Eine Aktion des Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ)

Wir waren dabei!!!!!

Am Donnerstag starteten wir vom St. Augustinusheim in Ettlingen mit 16 Jugendlichen und 5 Betreuern. Mit viel Motivation nahmen wir um 17.07Uhr unsere Aufgabe entgegen. Wir sollten eine Außenanlage im evangelischen Kindergarten in Spielberg mit 3 Spielgeräten verschönern.
Gemeinsam fuhren wir los, um das Gelände zu besichtigen. Naja….wir versuchten es zumindest. Kerstin, eine Betreuerin, fuhr hinter mir her, wir wendeten, ich mit einem großen Bus brachte das hin, Anja mit einem kleineren Bus auch, nur Kerstin mit ihrem PKW nicht, da sie statt Auto zu fahren, am Radio rumfingerte. Sie streifte leicht ein geparktes Auto. Da sie keine Möglichkeit zum halten hatte, fuhr sie zunächst weiter um dann gleich anzuhalten. Dumm nur, dass zwei Autos hintendran die Polizei stand und natürlich gleich von Fahrerflucht ausging. Sofort ging das Blaulicht an und sie wurde mit Lautsprecher angesprochen.
Dies hörte sie leider nicht, da ziemlich laut SWR 3 lief, kapierte aber doch, dass es wohl um sie ginge. Es zeigte sich dann aber gleich, dass der Unfall  nicht weiter schlimm war, weil am gestreiften Auto ausschließlich am Reifengummi leichte Schleifsspuren zu sehen waren. Nach Begutachtung des Schadens durch die Polizeibeamten kam sie zum Glück mit einer Verwarnung von 0 ¬ davon. Gleich zweimal Glück gehabt!!

Dann endlich konnten wir unser Projekt im Außengelände des Kindergartens in Spielberg begutachtn und anfangen zu plane

Freitags trotzten wir dem Regen und die Jungs waren super motiviert und feuerten sich gegenseitig an. Schnell wurde klar, es gaben alle alles um fertig zu werden und das erste Mal machte sich das Gefühl von Zusammengehörigkeit und Vertrauen breit. Es war großteils ein Hand in Hand arbeiten, ohne Streit und Stress. Das erste Mal, dass wir Betreuer so richtig stolz wurden und es klar war, wir werden es schaffen.

Samstag regnete es zum Glück nicht. Begeistert machten wir weiter, doch nun kamen die ersten Schwierigkeiten: die Stämme für die Balancierbalken waren nicht klein zu kriegen, wir zerstörten Sägen, versuchten mit der Axt was zu erreichen. Die Jungs ackerten….fast ohne Erfolg, die Motivation sank. Wir fanden dann jedoch noch wohlwollende Helfer, und wir kamen besser voran.

Wir fingen an, die Löcher zu graben und begannen, die Stämme aufeinander zu setzen, na ja es sah gut aus, doch ob die lehmige Erde das Gewicht halten würde oder ob es vielleicht doch bald zusammen brechen würde? Wir zweifelten und überlegten, die Jungs waren langsam müde, da kam er….unsere Rettung!
Karl-Heinz Küper, Landschaftsgartenmeister im St.Augustinusheim, sah nach uns und hatte gleich den richtigen Riecher, denn er kam mit einem Kofferraum voll Werkzeug. Mit seinem Fachwissen stand er uns kräftig zur Seite, wusste genau wie er die Jungs wieder motivieren konnte und hatte die rettenden Ideen. Wir schufteten an diesem Abend noch bis 23Uhr,…..wobei wir noch kräftige Unterstützung bekamen.

Wir brauchten dringend Lochbleche zum Vernageln des Sechseckes (Matschecke), also riefen wir in den Zimmereien und Schreinerein der Umgebung an, klar, dass wir um 21Uhr Samstag abends keiner mehr erreichten. Doch auch hier bewies Hr. Küper das richte Gespür. Er kannte einen Kollegen ebenfalls Meister und wusste auch wo dieser privat wohnte. Okay, also riefen wir ihn an, der kannte die 72-Stunden-Aktion aber nicht. Wir haben ihm das kurz erklärt und sind zu ihm hingefahren. Als wir bei ihm vor der Tür standen, besprachen wir was wir brauchten, er hatte es nicht da, also nix wie zur Werkstatt. Vorher jedoch wollte er ein Bild von uns machen, na ja…ich dachte ja zuerst weil er es witzig fand am Samstagabend noch so etwas zu erleben oder weil er die 72-Stunden-Aktion so gut findet, aber nein….viel besser!
Er photographierte uns, damit er ein Beweisbild hätte, wenn ihm was passieren würde, als Identifikation! (???) Sowas war mir bisher auch neu, aber irgendwie eine klasse Idee. Jedenfalls hat er uns toll geholfen und wir waren sehr froh darüber.

Auch diesen Abend schafften wir noch richtig viel und danach ging es ins A65 nach Kandel, um kräftig bei der Mega Schaumparty zu feiern &

Morgens verschliefen wir prompt und scheuchten die Jungs wie im Militär aus den Schlafsäcken,….wenn sie auch sonst so schlecht aufstehen können, an diesem Tag waren ALLE in 5 min wach, angezogen und standen zur Abfahrt bereit.

Der Sonntag war noch mal so richtig arbeitsintensiv, aber das stolze Gefühl wurde immer stärker, immer mehr wurde fertig und das Strahlen in den Gesichter wuchs. Für mich war es unglaublich zu sehen, was diese Jugendlichen leisten können, was sie bisher erfolgreich vor uns versteckt hatten. Um 16Uhr beendeten wir unsere Aufgabe und wir lagen uns jubelnd in den Armen, okay, die Betreuerinnen heulten vor Glück und ein riesen Brocken der Erleichterung fiel allen von den Herzen. Wir sind alle mindestens 1m gewachsen, irre stolz und glücklich.

Wir hatten vorher einige Skepsis, man traute den Jungs nicht so viel zu, auch den, hauptsächlich weiblichen, BetreuerInnen nicht. Doch gemeinsam sind wir stark und können so viel erreichen, das ist uns nun allen klar. Dieses Gefühl in uns, hoffe ich eine ganze Zeit zu behalten und immer dann wieder zu spüren, wenn ich denke etwas nicht schaffen zu können.
Die Motivation bei so etwas großem Mitzumachen ist das Eine, das andere ist das was in der Gruppe passiert ist. Es ist kaum in Worte zu fassen, ich bin einfach nur stolz, so stolz wie noch nie in meinem Leben, ich bekomme Gänsehaut wenn ich davon erzähle und sofort Tränen der Rührung, einfach klasse, einfach toll. Die 72Stunden Aktion war das Beste was wir machen konnten! Danke!

Wir sind Helden und überglücklich!!

Jasmin Gentner für das Team St. Augustinusheim