Auszeichnung als Ansporn (BNN, 21.10.2014)

Brigitte C. Wilhelm mit Jonas Bodamer (Links) und Felix Knaf vom Augustinusheim. Foto: ps

Brigitte C. Wilhelm mit Jonas Bodamer (Links) und Felix Knaf vom Augustinusheim. Foto: ps

Ettlingen (pm). Was vor vier Jahren begann, erhielt jetzt in der Aula des Eichendorff-Gymnasiums eine Auszeichnung der besonderen Art: Das St. Augustinusheim darf sich nun „Unesco-Projekt-Schule“ nennen (wir berichteten). Der Prozess hin zu dieser Anerkennung wurde von vielen Händen mitgetragen und gestaltet und bedurfte auch bei den Jugendlichen eines langen Atems. Ob der Einsatz in Kindergärten oder bei der 72 Stundenaktion oder bei den Besuchen der Weltkulturerbestätten, um einige wenige herauszugreifen, doch das wohl eindrücklichste und herausragendste Projekt auf den Weg zur Unesco-Schule waren die Wochen in Burkina Faso im November/Dezember 2013, wo sieben junge Männer und ihre drei Begleiter beim Bau eines Sportplatzes Erfahrungen sammelten, die sie ihr Leben lang begleiten werden und für sie Anstoß sind, mitzuhelfen, die Welt zu verändern. Denn im Mittelpunkt der Unesco-Projektschulen steht das Engagement für eine Kultur des Friedens, der Gerechtigkeit, der Nachhaltigkeit. Er sei stolz darauf, dass das St. Augustinusheim als eine der ersten sonderpädagogischen Einrichtungen diese Anerkennung erhält, sagte OB Johannes Arnold. Wie wichtig gerade die Unesco-Projekte sein können, in deren Fokus die Großzügigkeit und der Großmut stehen, illustrierte Professor Christoph Steinebach, Institut für Angewandte Psychologie, Zürich, das den Prozess begleitete und evaluierte. Deutlich wurde, dass Eingebundensein in eine Gruppe sowie die Erfahrungen der eigenen Kompetenz und Autonomie für Erfolg sorgen. Dieser Dreiklang werde durch die Großzügigkeit noch gesteigert. Sie nimmt eine Schlüsselstellung ein und wird zugleich als bereichernd erlebt für alle Beteiligten, von den Jugendlichen bis hin zu den Ausbildern und Betreuern. Dies konnten jene Jugendlichen nur bestätigten, die in Burkina Faso waren und in einer Talkrunde mit dem OB souverän über ihre Erfahrungen berichteten, die „grandios waren“. „Wir haben viel gelernt“, auch, dass die Menschen „hier an uns geglaubt haben“, nämlich die Sponsoren, ohne die Afrika nie möglich geworden wäre. Bevor die Bundeskoordinatorin Brigitte C. Wilhelm die Urkunde überreichte, gab es zunächst noch beeindruckende Darbietungen der Jugendlichen; vom Improvisationstheater bis hin zur Jugendsprachlehre. Die Auszeichnung Unesco-Projekt-Schule ist auf fünf Jahre befristet.