Bundesfachtagung der UNESCO-Projektschulen 2019 in Kassel

Die diesjährige Bundesfachtagung des Netzwerkes der UNESCO-Projektschulen in Deutschland fand vom 17.-20. September 2019 in Kassel statt. Organisiert wurde sie von der Deutschen UNESCO-Kommission und dem Hessischen Kultusministerium in Kooperation mit dem Landesnetzwerk der Projektschulen Hessens und der Universität Kassel. Das Thema lautete „DemokratICH. Demokratiebildung in einer Welt der Umbrüche“. Eröffnet wurde die Fachtagung durch den Hessischen Kultusminister, die Präsidentin der Deutschen UNESCO-Kommission und den Präsident der Universität Kassel.

Ich zitiere aus dem Einladungsschreiben des Kultusministeriums:

„Der Einsatz für Demokratie und Freiheit benötigt die Stimme jedes einzelnen Menschen und ermöglicht auf dieser Basis, gemeinsam für die Grundrechte aller Menschen einzustehen. Demokratiebildung ist essenziell, um dies zu fördern und zu erreichen. Hiermit befasst sich das Netzwerk der UNESCO-Projektschulen in Deutschland auf seiner diesjährigen Fachtagung. Ziel der Fachtagung ist es, vom Demokratiebegriff ausgehend aktuelle Herausforderungen wie z.B. Autoritarismus, Fundamentalismus, Populismus und Rechtsextremismus zu thematisieren und aus verschiedenen Perspektiven zu beleuchten, um so den ca. 200 teilnehmenden Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern praxisorientierte Ansätze für den Schulalltag zu vermitteln. Neben der inhaltlichen Arbeit zur Säule der Demokratieerziehung und Menschenrechtsbildung der UNESCO-Projektschulen bot die Fachtagung auch die Gelegenheit, in wichtigen Fragen der Kommunikation und des Selbstverständnisses des Netzwerkes neue Schritte zu gehen. So wurde bei der Fachtagung die neue Kommunikationsplattform des Netzwerks vorgestellt, die viele Erleichterungen und Möglichkeiten der Vernetzung bieten wird. Zusätzlich wurde die überarbeitete Fassung des Qualitätspapiers diskutiert und zur Verabschiedung gebracht. Die Fachtagung beinhaltete verschiedene Podiumsdiskussionen, u.a. mit Roland Jahn, Bundesbeauftragter für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen DDR sowie Workshops und Exkursionen. Ich selbst nahm am Workshop „Menschenbilder – der Umgang mit Randgruppen im Wandel der Zeit am Beispiel des ehemaligen Arbeitshauses Breitenau“ teil. Nach einer ausführlichen theoretischen Einführung besuchten wir das Arbeitshaus Breitenau und wurden dort vom Leiter der Gedenkstätte auf eine sehr eindrucksvolle und bedrückende Zeitreise mitgenommen. Als weitere Exkursion besichtigten wir die berühmten Wasserspiele im Welterbe Bergpark Wilhelmshöhe.

Nach dem Tagesprogramm nahmen wir am Länder- und Netzwerkabend des Netzwerks der UNESCO-Projektschulen in Deutschland im Kulturzentrum Schlachthof Kassel, sowie am Kulturellen Abend der Begegnung in der Jugendkulturkirche Kassel, gemeinsam mit der Demokratiewerkstatt der Schülerinnen und Schüler teil. Zu erwähnen sei hier besonders eine Theaterperformance, die Rechtsruck in Deutschland und den Wiederaufstieg des Nationalsozialismus thematisierte und das Publikum recht schockiert zurückließ.

Alle weiteren Tagungspunkte aufzuzählen würde hier den Rahmen sprengen, es waren sehr arbeitsreiche und intensive Tage in Kassel, nun werden wir in unserer einrichtungsinternen UNESCO-AG besprechen, welche Themen wir in unseren Alltag transferieren wollen.

jw