Erfahrungsbericht zur politischen Bildungsreise nach Berlin

Tag 1:

Die politische Bildungsreise nach Berlin begann damit, dass sich die gesamte Gruppe um kurz vor acht Uhr am Karlsruher Hauptbahnhof getroffen hat. Die Gruppe bestand aus 50 Personen die zwischen 17 und 70 Jahre alt waren. Um 8 Uhr begann die 6-stündige Reise nach Berlin. Die Fahrt verlief sehr ruhig und entspannt, man hat geschlafen und Musik gehört. Außerdem hat man den ersten Kontakt zu den anderen Gruppenmitgliedern aufgenommen.
Schließlich sind wir mittags in Berlin am Hauptbahnhof angekommen. Der erste Eindruck: Riesig! Auf den zweiten Blick erkannte man, die Vielfalt und Lebendigkeit unserer Hauptstadt.
Vor dem Hauptbahnhof trafen wir auf unseren einheimischen Reiseführer Marcel und unseren Busfahrer Bernd. Dann ging es mit dem Bus Richtung Fernsehturm am Alexanderplatz. Unterwegs erzählte uns Marcel etwas bezüglich der Gebäude und des politischen Geschehens drum herum. Die 207 m hinauf zum Restaurant, wo wir unser Mittagessen einnehmen sollten, legte der Fahrstuhl mit 6 m/s zurück. Der Ausblick von dort oben war atemberaubend. Das Restaurant in dem wir aßen drehte sich, so, dass man einen Rundumblick über Berlin hatte. Das Hauptgericht war ganz okay, das Dessert dagegen hervorragend! Nach dem Essen ging es mit dem nächsten Programmpunkt weiter: Einem Vortrag im Plenarsaal des Reichtages über die Aufgaben des Parlaments. Der Vortrag war sehr informativ. Während des gesamten Vortrages stach uns die „fette Henne“ (Bundesadler) ins Auge. Erstaunlicherweise wiegt das dicke Ding 2,5 Tonnen. Danach führten wir noch eine Diskussion mit Sylvia Kotting-Uhl, der Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis Karlsruhe. Die Themen waren der Atomausstieg, der Euro und die europäische Union. Der Vortrag was sehr authentisch, da man merkte, dass ihr die Themen auch persönlich wichtig waren.  Das Highlight im Reichstag war aber definitiv der Besuch des Daches und der Kuppel. Von dort aus konnte man die Fan Meile, den Dom, die Siegessäule und das Brandenburger Tor, etc. sehen.
Daraufhin ging es nach dem langen Tag ins Hotel. Dort machten wir uns schnell für das Abendessen fertig, um das EM-Finale Spanien gegen Italien nicht zu verpassen. Schade, dass Deutschland nicht im Finale gewesen ist, dann wäre es nicht so einseitig gewesen. Danach gingen alle schon ziemlich früh ins Bett.



Tag 2:

Der 2. Tag begann mit einem hervorragenden Frühstück. Der erste Programmpunkt auf unserer Liste war eine Stadtrundfahrt, die sich vor allem an politischen Gesichtspunkten orientierte. Was es hier hervorzuheben gilt, wäre wohl Checkpoint Charlie. Wobei es dort nicht so viel zu sehen gab, außer der alten Wachstation und einem Mann in amerikanischer Uniform mit dem man sich zusammen für Geld fotografieren lassen konnte.  Schließlich sind wir noch durch die Oranienburgerstraße gefahren in der die Kunstszene angesiedelt ist. Dort gab es das bunt geschmückte Kunsthaus Tacheles zu sehen. Außerdem schön anzusehen war die Eastside Gallery mit dem bekannten Bild des Trabis, der durch die Mauer bricht. An diesem Ort sind einige schöne Erinnerungsfotos entstanden. Schließlich fuhren wir noch zu dem Denkmal für 6 Millionen getöteten Juden.  Unsere Meinung dazu ist, dass jeder einmal selbst dort gewesen sein sollte, da das Denkmal durch seine Form unendlich viel Raum für Spekulationen und Meinungen lässt.  Danach ging es zu einem Informationsgespräch im Bundesministerium für Bildung und Forschung. In dem Vortrag ging es um den Aufbau des Ministeriums und dessen Aufgaben.
Ansonsten wurde uns noch anhand eines Beispiels erklärt, wie aus einer Idee ein Gesetz wird. Zwischendurch gab es ein Mittagessen in einem indischen Lokal. Danach hatten wir einige Zeit, das Viertel selbst zu erkunden. Einige haben sich das Kunsthaus Tacheles  angesehen, andere haben ein Eis in einer Eisdiele gegessen, die früher ein amerikanischer Schulbus war. Wiederum sind andere einfach durch die City geschlendert. Anschließend wurde die Stadtrundfahrt fortgesetzt. Wir fuhren durch das Regierungsviertel. Dort sahen wir die Botschaften der verschiedenen Nationen. Besonders interessant und schön anzusehen, war die individuelle Gestaltung der Botschaften. Und schon ging der nächste aufregende Tag in Berlin zu Ende.

Tag 3:

Heute war der erste Programmpunkt auf der Liste eine Führung durch die Gedenkstätte Berliner Mauer. Dieser Programmpunkt war sehr bedrückend, da man die Mauer nur aus der Geschichte kennt. Aber auf dem Todesstreifen zu stehen und auf Bilder von Todesopfer und auf die Mauer zu schauen, lässt einen erahnen, wie es wohl ist, im Schatten eines solchen Bauwerks zu leben. Daraufhin gingen wir in einem Park in Potsdam spazieren, in dem das Schloss „Sans Souci“ (ohne Sorgen) und die sterblichen Überresten von Karl Friedrich II. und seinen Hunden lag. Nach dem Mittagessen kamen wir wohl zu dem Programmpunkt mit der unheimlichsten Atmosphäre, eines ehemaligen Stasi- Gefängnisses. Im Inneren des Gefängnisses konnte man sehr gut die Angst, Langweile und die Bedrückung der Insassen nachempfinden. Insbesondere die 2 qm² großen Stehzellen waren sehr bedrückend. Es waren alle geschockt darüber. Am Abend gab es zur Entspannung eine Bootsfahrt auf dem Wannsee. Auf dem Schiff gab es dann Abendessen. Das Essen war für die „Katz“, aber das war auch nicht das Wichtigste. Im Vordergrund stand der idyllische Anblick. Während der zweistündigen Bootsfahrt entspannte man sich allmählich, wurde ruhiger, hing seinen Gedanken nach und führte einige nette und interessante Gespräche mit den anderen Gruppenmitgliedern. Nach dem wir uns im Hotel frisch gemacht hatten, durften wir in Begleitung von Herrn Özdemir abends in das Zentrum.

Tag 4:

Am vierten Tag war nicht mehr viel zu tun. Morgens musste man seine Koffer packen und aus dem Hotel auschecken.
Dann wurden wir zum Bahnhof gefahren, wo wir unser Gepäck zwischenlagerten, um noch in aller Ruhe Berlin zu erkunden, bis die Bahn kam. Manche kauften noch Souvenirs, spazierten durch die Stadt oder waren bei Curry 36. Nun sitzen wir in der Bahn auf dem Weg nach Karlsruhe und schreiben mit einem lachenden und weinenden Auge diesen Bericht, da wir uns zwar wieder auf unsere kleine Welt freuen, es sich aber gelohnt hätte, diese Stadt noch weiter zu erkunden.

Unser Fazit:

Wir alle sind zu dem Schluss gekommen, dass es eine wunderbare Reise gewesen ist, aus der wir sehr viel mitgenommen haben. Außerdem war die Reisegruppe eine ausgezeichnete Mischung aus verschiedenen Charakteren Generationen, und Kulturen unter denen Gespräche über alles möglich war. Hervorzuheben sind natürlich auch die Berliner die sehr offen, hilfsbereit und freundlich mit uns umgingen, wenn wir etwas wissen wollten oder Hilfe benötigten.