UNESCO-Sommercamp 2019 in Heilbronn

Das diesjährige UNESCO-Sommercamp der Projektschulen Baden-Württemberg fand vom 17. – 19. Juli 2019 auf dem Gelände der Bundesgartenschau in Heilbronn statt. Als anerkannte UNESCO-Projektschule erhielten zwei männliche Jugendliche im Alter von 15 Jahren und ich in meiner Funktion des AG-Koordinators die Möglichkeit zur Teilnahme.

Die Unterbringung erfolgte in der auf dem Gelände der BUGA neu erbauten und sehr gut ausgestatteten Jugendherberge, so dass wir täglich auch über die Öffnungszeiten der Gartenschau hinaus die Möglichkeit zu Spaziergängen, der Teilnahme an Veranstaltungen wie Konzerten und der spektakulären nächtlichen Wassershow sowie Treffen und Vernetzung mit den anderen Teilnehmern des Sommercamps nutzen konnten.

Das Sommercamp begann am Mittwochnachmittag mit der feierlichen Eröffnung und anschließendem Briefing im Tagungsraum der Jugendherberge. Nach dem Abendessen fanden auf den verschiedenen Bühnen des BUGA-Geländes Konzerte statt, die vielen Teilnehmer der Projektschulen nutzten die unterschiedlichen Möglichkeiten, sich kennenzulernen und eine Gemeinschaft zu bilden. „Meine“ beiden Schüler integrierten sich schnell in das Geschehen und ihr Hintergrund als Jugendliche in der stationären Jugendhilfe spielte bei dem Knüpfen von Kontakten überhaupt keine Rolle. Am Donnerstag besuchten wir die direkt neben dem BUGA-Gelände befindliche „Experimenta“ und verbrachten dort einige Stunden in den Ausstellungs- und Mitmachräumen der verschiedenen Wissensbereiche sowie bei einer Multimediavorstellung (Thema „Mondlandung“) im Science Dome. Unser für den Nachmittag zugeteilter Workshop (Thema „Wie überleben Bäume in der Stadt“) fiel durch die Erkrankung des verantwortlichen Leiters leider aus, die Jugendlichen erhielten aber die Gelegenheit, anhand einer Rally mit Fragebogen die BUGA in all ihren Facetten zu erkunden und letztendlich nach Präsentation der Ergebnisse bei sommerlicher Hitze den Eisstand „klarzumachen“.

Nach Anbruch der Dunkelheit besuchten wir dann ebenfalls auf dem BUGA-Gelände eine der größten Wassershows Europas, die „Flower Power“. Tausende von Besuchern säumten das Ufer des Sees und zu den rockigen Klängen stilechter Flower Power-Musik aus den 60er und 70er Jahren erhoben sich die Kaskaden und Fontänen aus Wasser bis zu 20 Meter in die Höhe – ein echtes und einmaliges Erlebnis.

Den Freitagvormittag verbrachten wir im Rahmen unseres zweiten Workshops an Bord des Tagungsschiffes der BUGA. Der Workshop beschäftigte sich theoretisch und praktisch mit dem Thema „Design Thinking & Innovation“. Design Thinking ist eine Innovationsmethode und ein strukturierter Prozess, welcher hilft, ein bestehendes Problem besser zu verstehen und gemeinsam innerhalb eines multidisziplinären Teams eine Lösung dafür zu finden. In diesem Workshop bekamen die Schüler eine Einführung in die Thematik und hatten Gelegenheit, anhand eines Beispiels in Zweiergruppen alle Phasen im Schnelldurchlauf umzusetzen. Das Thema lautete, die ideale Schule der Zukunft zu entwerfen, welche die Motivation der Schüler fördert und Spaß macht. Meine Schüler waren zunächst von der Theorie respektvoll beeindruckt, fanden sich dann aber schnell in den Prozess ein. Die Ergebnisse des Workshops wurden gegen Mittag im Sitzungssaal der Jugendherberge den jeweils anderen Gruppen an Schautafeln präsentiert.

Mit dem gemeinsamen Mittagessen endeten drei erlebnisreiche, emotionale und informative Tage mit interessanten Workshops, dem Besuch der „Experimenta“, supernetten Kollegen und Jugendlichen, die über den Tellerrand hinausschauen wollen und das Thema Nachhaltigkeit multiplizieren werden. Wir sehen uns nächsten Sommer!

jw